Fortbildung für Schulen und Regionale Bildungs- und Beratungszentren

Die Diagnostik und Förderung zerebral bedingter Sehbehinderungen findet in den letzten Jahren zunehmend Beachtung in der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik. An allen Schulformen lernen Kinder und Jugendliche mit einer ausgeprägten Beeinträchtigung der visuellen Verarbeitung und Wahrnehmung. Dabei stellt dieses Phänomen – wir sprechen von “Cerebral Visual Impairment“ (CVI) – kein spezifisches, feststehendes Symptom dar. Es umfasst viele Formen der Sehbeeinträchtigung, deren Ursache in der Verarbeitung der Seheindrücke im Gehirn liegt. Die unterschiedlichen Facetten visueller Wahrnehmungsstörungen führen unter Umständen zu erheblichen Auswirkungen und Einschränkungen im alltäglichen Leben und in der Schule. So können bei den betroffenen Schülern die Sehschärfe, das Gesichtsfeld und das Farb- und Kontrastsehen beeinträchtigt sein. Es können aber beispielsweise auch die Raum- und Bewegungswahrnehmung, die Form- und Objekterkennung, die Gesichtserkennung, die visuell gesteuerte Handfunktion oder dementsprechend das Suchverhalten betroffen sein.

Im Schulunterricht kann die zerebrale Sehbeeinträchtigung unter anderem das Lesen, das geometrische Verständnis oder das Mengenverständnis beeinträchtigen oder zu Orientierungsproblemen auf Arbeitsblättern und in Schulbüchern führen. Wird eine Wahrnehmungsstörung nicht erkannt, besteht die Gefahr, dass schulische Probleme ausschließlich auf andere Phänomene wie Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) oder Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) zurückgeführt werden.

Schulen und Regionale Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) können unser Fortbildungsangebot zum Förderschwerpunkt Sehen im Rahmen ihrer schulinternen Lehrerfortbildung in Anspruch nehmen. In zwei Fortbildungsmodulen erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit dem Sehen und dem Erkennen auseinanderzusetzen. Im ersten Modul geht es um die möglichen Schädigungen des Auges und des Sehnervs, die zu einer Sehbehinderung führen können. Thema des zweiten Moduls sind die zerebralen Weiterleitungs- und Verarbeitungsprozesse unseres visuellen Systems. Der Schwerpunkt in beiden Fortbildungsveranstaltungen liegt auf der Diagnostik und Förderung der betroffenen Kinder und Jugendlichen: Woran erkenne ich eine Sehbehinderung oder eine Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, welche Auswirkungen können die Einschränkungen haben und wie kann ich die betroffenen Schüler in meinem Unterricht unterstützen?

Falls Sie Interesse an unserem Fortbildungsangebot haben oder sich über das Phänomen CVI informieren möchten, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf.

Ansprechpartner

Daniel Boeker