Evelin de Lorent geht in Pension

Seit November 1991 war Evelin de Lorent Schulleiterin hier am Borgweg, seit 1991 bis 2019, das sind 28 Jahre BZBS, ein großer Zeitraum! 3 Hausmeister, vier Schulsekretärinnen, 2 Stellvertreter und 2 Abteilungsleitungen in der beruflichen Bildung hat sie erlebt. Ihr Motto: Schule sollte besser sein als das, was wir selber erlebt haben.
Kurz bevor sie Schulleiterin wurde, bin ich erst an den Borgweg gekommen. Ich kenne sie als Schulleiterin über den ganzen Zeitraum hinweg, und die meiste Zeit haben wir eng zusammengearbeitet.
Viel ist seit dem ersten Tag passiert. An vielen Projekten, die sie angeschoben hat, durfte ich mitarbeiten.
Und die meiste Zeit konnte ich aus der Nähe erfahren, wie hartnäckig und mit welchem Nachdruck sie diese Schule gestaltet und geleitet hast. Alles aufzuführen, das würde zu weit führen.
Zeichen der guten Zusammenarbeit, wie ich sie erlebt habe: Die Türen waren sehr selten geschlossen, sodass wir uns kurzschließen, etwas zurufen konnten, schnell und unbürokratisch etwas abgesprochen haben.
• Bearbeitung von Arbeitsvorlagen
• Formulierung von Anträgen
• Beschwerdeschreiben
• Gestaltung von Konzepten
• Eingaben an die Behörde
• Statistik und Prognosen
All das ging effektiv und unbeschwert. Es war ein leichtes Arbeiten, getragen von Spaß und Humor, jedenfalls meistens. Hinter verschlossenen Türen wurde auch mal unprofessionell gelästert. Das musste sein, und man konnte sich darauf verlassen, nichts verließ den Raum.
Auf ungezählten Treffen in der Behörde auf allen Ebenen hat sie die Interessen der Schule maßgeblich vertreten. Ob Landesschulrat, Oberschulrat, ob Staatsrat oder Senator: Alle waren und wurden beteiligt an den Geschehnissen, die erledigt und gestaltet werden mussten. So blieb die Handelsschule bei uns und wurde nicht ausgegliedert, sondern ihr neues Gebäude fertiggestellt. Es wurde die Finanzierung des Klanghauses in die Wege geleitet, Modernisierungsmaßnahmen innen und außen hier am BZBS angeleitet, die Schule zur Ganztagsschule ausgebaut.
Evelin de Lorent hat der Schule in wesentlichen Bereichen ihren Stempel aufgedrückt.
Es gehört Mut und das Vertrauen auf die eigene Geschmackssicherheit dazu: Unverdünnt kam die Farbe in knallendem Gelb an die Wand des Lehrerzimmers. Der Maler hatte sich gewehrt, ohne Erfolg! Das Orange in der Pausenhalle in Kombination mit dem Blau der Stühle: Der Architekt war anderer Meinung, aber musste sich geschlagen geben.
Das Rot des Schulbüros wurde in Eigenregie bestimmt; Widerstände gab es nicht!
Ganztagsschule, Rhythmisierung, Mittagessen: Mit einer kleinen Gruppe fing es an und wurde ausgebaut zu unserer gebundenen und teilgebundenen Ganztagsschule. Neu eingerichtete Abteilungsleitungen und eine Steuergruppe haben dabei geholfen.
Erbsenzählen, das war ihre Sache nicht; da lief es großzügig, jedoch ohne die Details aus den Augen zu lassen. Das machte ihre Arbeit besonders: Sie hatte das Ganze im Blick und konnte anfallende Arbeit geschickt auf die unterschiedlichen Qualitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilen, sodass die Ergebnisse hochwertig und erfolgreich waren.
Gab es eigentlich auch so etwas wie eine Panne? Ich habe lange überlegt: Mir ist nichts in Erinnerung, entweder gab es sie nicht und sie war nicht da, oder rollende Planung hat sie verhindert.
Neben Arbeit und Aufwand hatten wir viel Spaß zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen, beim Essen, bei gemeinsamen Stadtrundgängen, im Austausch mit den anderen Teilnehmern dieser Arbeitstreffen, auf den vielen Reisen.
Liebe Evelin, wir hatten eine schöne und spannende Zeit und ich habe gerne mit dir zusammengearbeitet. Schade, dass das zu Ende geht – ich hätte es durchaus auch noch etwas länger ausgehalten.

Cord Haack-Schulz